Columbia Sportswear
Columbia ist die Marke, mit der viele ihre erste Regenjacke gekauft haben. Was dahinter steht, ist ein börsennotierter Konzern aus Oregon, der noch von der Gründerfamilie geführt wird, seine Produktion in Asien nach Ländern und Anteilen offenlegt und eine Bruttomarge von rund der Hälfte des Verkaufspreises erwirtschaftet. Was davon beim einzelnen Fleece ankommt, lässt sich nur teilweise nachvollziehen.
Columbia Sportswear
- Herkunft
- USA
- Gegründet
- 1938
- Konzern
- Unabhängig
- Produktion
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Kernmaterialien
- Polyester, nylon
- Preisniveau
- 2/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 25/25
- Verlinkte Quellen 12/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis So viel, wie dieses Preisband üblicherweise belegt
Für wen die Marke gedacht ist
Für Menschen, die Funktionskleidung wollen, ohne sich mit Membrantabellen zu beschäftigen: Wanderjacken, Fleece, Wintermäntel, Schuhe, in einem Preisband, das unter den Bergsportmarken liegt. Columbia verkauft über den Fachhandel, Kaufhäuser, Outlets und eigene Läden, in mehr als hundert Ländern. Die Marke ist bewusst breit angelegt, das ist ihr Geschäftsmodell und kein Mangel.
Wem die Marke gehört
Columbia Sportswear Company wurde 1938 in Portland, Oregon, als kleiner Hutgroßhandel gegründet und ist seit 1998 an der Nasdaq notiert. Zum Unternehmen gehören vier Marken: Columbia, SOREL (seit 2000), Mountain Hardwear (seit 2003) und prAna (seit 2014). Der Vorstandsvorsitzende Timothy Boyle ist Enkel der Gründerin, sein Sohn Joseph Boyle führt die Marke Columbia in vierter Generation. Ein Konzern also, aber einer, der seit fast neunzig Jahren derselben Familie zugeordnet ist.
Die Zahlen des Geschäftsjahres 2025 stehen im Ergebnisbericht vom Februar 2026: 3,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von 50,5 Prozent und Vertriebs- und Verwaltungskosten von 44,2 Prozent des Umsatzes. Anders gesagt: Vom Verkaufspreis bleibt nach den Herstellkosten etwa die Hälfte, und davon geht der größte Teil in Handel, Marketing und Verwaltung. Das ist in der Bekleidungsbranche üblich, keine Besonderheit von Columbia, aber es erklärt, warum der Materialwert eines Kleidungsstücks nur ein Bruchteil des Preises sein kann.
Eine Bruttomarge von fünfzig Prozent heißt nicht, dass fünfzig Prozent Gewinn sind. Sie heißt, dass die Hälfte des Preises nach der Fabrik ausgegeben wird.
Wo produziert wird
Columbia besitzt keine eigenen Fabriken. Der Jahresbericht für 2025 nennt für Bekleidung, Accessoires und Ausrüstung Vertragsfertiger in 16 Ländern, mit Vietnam (rund 35 Prozent), Bangladesch (30), Indonesien (10) und Indien (10) an der Spitze. Bei Schuhen kommen etwa 80 Prozent aus Vietnam und 10 Prozent aus China. Die fünf größten Bekleidungslieferanten stehen für rund 30 Prozent der Produktion.
Dazu kommt etwas, das die meisten Marken nicht bieten: Columbia veröffentlicht eine Karte seiner Fertigungsbetriebe und druckt eine Fabriknummer ins Pflegeetikett, mit der sich der Betrieb nachschlagen lässt. Das ordnet, anders als eine bloße Konzernliste, ein konkretes Kleidungsstück einer konkreten Fabrik zu. Es sagt nichts über Löhne oder Stoffpreise, aber es ist die Sorte Transparenz, die sich prüfen lässt.
Was der Preis kauft — unsere Einschätzung
Dieser Abschnitt ist eine Einschätzung, kein Befund. Columbia-Produkte bestehen im Kern aus Polyester und Nylon, häufig mit eigenen Markennamen für Beschichtungen und Futter. Das ist bei Funktionskleidung normal und für sich genommen kein Nachteil; Synthetik ist hier das richtige Material. Worauf man beim Kauf achten kann, ist die Materialangabe auf der Produktseite und die Fabriknummer im Etikett. Beides gibt es bei dieser Marke, und das ist mehr, als das Preisband erwarten lässt.
Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.
- Produktionsländer
- Vietnam, Bangladesch, ID, Indien, China
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Liste ansehen
Was wir belegen können
- Eigentum — börsennotiert, Familie Boyle in der Führung (Jahresbericht 10-K für 2025)
- Produktionsländer mit Anteilen für 2025 (Jahresbericht 10-K)
- Bruttomarge und Kostenquote 2025 (Ergebnisbericht vom 3. Februar 2026)
- Fabrikkarte mit Fabriknummer im Etikett (Unternehmensseite)
- Preisniveau — unsere redaktionelle Einordnung
Was nicht
- Herstellkosten einzelner Artikel — Columbia veröffentlicht keine Stückkosten, kursierende Zahlen sind Schätzungen
- Löhne in den Vertragsfabriken
- Materialqualität einzelner Linien — kein eigener Kauf, kein Labortest
- Wie viele der 16 Länder auf welche Produkte entfallen
Quellen
3 insgesamt · intern archiviert- Jahresbericht 10-K für 2025 — Gründung, Marken, Vertragsfertiger nach Ländern und Anteilen — Columbia Sportswear Company / SEC Abgerufen 13. September 2026
- Ergebnisbericht viertes Quartal und Gesamtjahr 2025 — Umsatz, Bruttomarge, Kostenquote — Columbia Sportswear Company Abgerufen 13. September 2026
- Lieferkette und Fabrik-Transparenzkarte mit Fabriknummer im Etikett — Columbia Sportswear Company Abgerufen 13. September 2026
Leser-Erfahrungen zu Columbia Sportswear
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Wem gehört Columbia Sportswear?
Der börsennotierten Columbia Sportswear Company aus Portland, Oregon. Die Gründerfamilie Boyle führt das Unternehmen bis heute; zum Konzern gehören außerdem SOREL, Mountain Hardwear und prAna.
Wo wird Columbia produziert?
Bei Vertragsfertigern in 16 Ländern. 2025 kamen rund 35 Prozent der Bekleidung aus Vietnam, 30 aus Bangladesch, je 10 aus Indonesien und Indien; Schuhe zu 80 Prozent aus Vietnam. Die Fabriknummer im Pflegeetikett lässt sich auf der Fabrikkarte des Unternehmens nachschlagen.
Ist Columbia überteuert?
Das können wir nicht messen. Belegt ist eine Bruttomarge von 50,5 Prozent im Jahr 2025, was in der Branche üblich ist. Stückkosten einzelner Jacken veröffentlicht das Unternehmen nicht; Zahlen dazu in Videos und Blogs sind Schätzungen.
Welche Marken gehören zu Columbia Sportswear?
Neben Columbia die Stiefelmarke SOREL (seit 2000), Mountain Hardwear (seit 2003) und prAna (seit 2014). Alle vier stehen im Jahresbericht des Unternehmens.
Wie finde ich heraus, in welcher Fabrik meine Columbia-Jacke genäht wurde?
Im Pflegeetikett steht eine Fabriknummer. Sie lässt sich auf der Fabrikkarte auf der Unternehmensseite nachschlagen, die Betrieb und Land nennt. Löhne oder Stoffpreise verrät die Karte nicht.