Marken-Porträts
Recherchierte Porträts von Kleidungs-, Accessoire- und Schmuckmarken — wem sie gehören, wo produziert wird, woraus die Ware besteht. Jede Aussage trägt eine verlinkte Quelle.
Vergleiche
Hinter jeder Produktseite liegt ein Datenblatt für Maschinen, und dafür ist ein Feld für das Herstellungsland vorgesehen. Gefüllt war es dreimal.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Wir haben bei dreizehn Modehäusern, die alle LVMH gehören, dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Die Antworten gehen weit auseinander — und das erledigt eine verbreitete Erklärung.
Wir haben an einem Tag die Materialangabe von vier Rundhals-Shirts gelesen. Drei bestehen zu 100 % aus Baumwolle. Die Preisspanne ist fast das Doppelte.
Gegründet 1946, seit 2017 direkt unter LVMH. Sechs Produktseiten gelesen — alle sechs nennen das Herstellungsland. Loewe, dasselbe Haus im selben Konzern, nennt keines.
Spanisches Lederhaus von 1846, seit 1996 vollständig LVMH. Wir haben eine Tasche für 4.300 Euro gelesen — mit Materialangabe, ohne Herstellungsland.
Über sechzig Werke mit Straße, Stadt und Telefonnummer, öffentlich abrufbar. Nur ist die Liste ein Foto — man kann nicht darin suchen.
Auf jeder Produktseite steht im Klartext, wo gefertigt wurde — bei einem Blazer sogar über drei Stufen. In den Produktdaten steht davon nichts.
Französisches Label, Schweizer Eigentümer — und der deutlichste Fall auf dieser Seite für einen Preis, den keine Materialangabe erklärt.
Die einzige Marke unserer Stichprobe, die ihre einzelnen Werke mit Ortsnamen benennt.
Die Auskunft ist so genau wie bei kaum einer anderen Marke. Man muss nur zweimal aufklappen, um sie zu finden.
Bei 6.700 Euro nennt die Produktseite drei Länder zur Auswahl. Welches davon gilt, steht nicht dabei.
Von 23 geprüften Marken schreibt genau diese das Herkunftsland maschinenlesbar auf die Seite — und sagt inhaltlich das Wenigste.
Der Alukoffer für 1.800 Euro nennt Deutschland als Fertigungsland. Der Polycarbonat-Koffer für 940 Euro sagt nur „Designed in Deutschland". Zwei Sätze, ein Unterschied.
Auf der Produktseite eines T-Shirts stehen Lieferant, Fabrikname, vollständige Anschrift und die Zahl der Beschäftigten. Keine Luxusmarke unserer Stichprobe tut das.
Fabrikname, Anschrift und Beschäftigtenzahl stehen auf der Produktseite — und die Fabrik taucht in der Konzernliste wieder auf.
Unter „Herkunft" stehen nicht eines, sondern fünf Herstellungsländer. Welches gilt, sagt die Seite nicht.
Die günstige Schwestermarke von Uniqlo gibt auf der Produktseite an, wo genäht wurde. Der Konzern veröffentlicht 705 Fabriken mit Adressen und Beschäftigtenzahlen.
Die Produktseite schlüsselt Stricken, Färben und Bearbeiten des Stoffs einzeln auf. Als Herkunftsangabe steht daneben ein Wort ohne Land.
Beide Marken laufen auf demselben System. Bei der einen steht das Herstellungsland, bei dieser nicht.
Ganz unten in der Zusammensetzung steht das Herstellungsland. Bei Tommy Hilfiger, auf demselben System, steht dort nichts.
Im selben Konzern, in dem Céline zu einer Tasche für 4.650 Dollar schweigt, steht eine Liste zum Herunterladen — Firma für Firma.
Die Produktseite listet siebzehn Fertigungsschritte mit Firmennamen, dazu eine Kostenaufstellung. Bei „Anbau" und „Entkernung" steht: unbekannt.
Der Anzug für 1.199 Dollar nennt „Woven by Piacenza, Italy" als eigenes Datenfeld. Ein Herstellungsland sucht man auf derselben Seite vergeblich.
Im deutschen Shop wirbt ein Band mit „britischem Stil", daneben eine Flagge. Im britischen Shop steht an derselben Stelle etwas ganz anderes.
Die Produktbeschreibung endet mit einem Wort, das nur sagt, woher etwas nicht kommt. Ein Land steht nirgends.
Das Shirt für 46,90 Euro nennt die Türkei, das Hemd für 134,90 die Weberei. Die beiden Stücke für über 400 Euro nennen nichts.
Ein festes Feld nennt das Land, der Beschreibungstext die Stadt. Das Datenblatt liegt auf jeder Seite vor — und lässt die Herkunft aus.
Die 501 nennt Pakistan im Aufklappfeld. Die Lieferantenkarte führt 518 Werke mit Namen und Adressen. Verbunden sind beide nicht.
Der Konzern veröffentlicht Tier 1 UND Tier 2 als Tabelle, mit Namen und Adressen. Die Jeans für 29,99 Euro nennt kein Land.
Hinter der Seite stehen Weberei, Färbung und Konfektion — sichtbar erscheint eine einzige Zeile.
Das T-Shirt für 19,90 Euro nennt drei mögliche Fertigungsländer — und zusätzlich, wo gestrickt, gewebt und gefärbt wurde.
Zwei Produktseiten, sieben Produkteinträge im Datenblatt — und nicht ein einziger Begriff, der einen Herstellungsort bezeichnet.
Im sichtbaren Text der Produktseite steht kein Herstellungsland. Hinter der Seite steht Italien.
Wir haben die ganze Seite durchgesehen, auch das Datenblatt dahinter. Ein Herstellungsland steht nirgends.
Das Sweatshirt sagt sichtbar „Made in Portugal". Hinter der Seite stehen zwei Angaben — und nur eine davon meint die Näherei.
Zwischen Machart und Leder steht ein Feld, das schlicht „Origin" heißt. Darin: Made in Italy.
Beide angesehenen Produktseiten nennen das Land. Der Betrieb bleibt offen — wie fast überall in diesem Segment.
Auf der Seite eines Kleids für 645 Dollar steht ein Herkunftsland, mit dem keine Marke wirbt. Genau das macht die Angabe glaubwürdig.
Die Tasche für 228 Dollar nennt kein Land. Und die Antwort auf die Eigentümerfrage hat sich gerade geändert.
Gegründet 1879 in Sindelfingen, gefertigt seit 2020 in Almansa. Das Unternehmen sagt es selbst — auf der Produktseite steht als Herkunft schlicht „Spanien".
Jede geprüfte Schuhseite nennt Portugal — und dazu, von welchem britischen Haus das Veloursleder stammt.
Die Produktseite führt ein Feld „Made in" — und darin steht nicht Italien, sondern Montegranaro.
Alle dreißig abgerufenen Artikel nennen das Land — im Text, im Titel und sogar im Bestandsschlüssel.
Acht von acht geprüften Seiten nennen ein Land — und bei einem Hemd zusätzlich die Weberei mit Namen.
Keine der geprüften Produktseiten nennt ein Fertigungsland — weder sichtbar noch im Quelltext.
Unter „Hersteller" steht eine vollständige Anschrift in Kreuzlingen. Sie sagt, wer haftet — nicht, wo genäht wurde.
Das Geschäftsmodell wirbt damit, den Zwischenhandel wegzulassen. Wer der Hersteller ist, steht nirgends.
Die Marke beschreibt eine eigene Manufaktur und Handarbeit. Auf der Produktseite für 210 Euro steht davon nichts.
Das Hemd heißt „Japanese Knitted", und der Stoff wird in Japan gestrickt. Wo das Hemd genäht wurde, steht nicht dabei.
Die Nachhaltigkeitsseite nennt, wie viele Lieferanten an einem Prüfverfahren teilnehmen. Wo die Jeans genäht wird, steht nirgends.
Niederländisches Label ohne Logo — und die einzige Marke unserer Stichprobe, die Flächengewicht, Herstellungsland und Kostenaufbau je Produkt veröffentlicht.
Lange Silhouetten, schweres Baumwollgewebe — und eine Lieferantenliste, die man wirklich nachschlagen kann.
Nicht nur ein Land, sondern Werksname, vollständige Anschrift und Belegschaftsgröße. Das Feld „Herstellungsland" bleibt trotzdem leer.
Ein T-Shirt für 7,99 Euro nennt nicht nur ein Herstellungsland, sondern drei Prozessstufen einzeln. Das ist die feinste Auflösung unserer gesamten Recherche.
Das Herstellungsland steht nicht am Rand, sondern bekommt eine Überschrift. Dazu die Prüfstelle mit Nummer.
Hinter dem T-Shirt für 8,99 Euro liegen Konfektion, Weberei und Färberei mit Land. Auf der Seite steht keines davon.