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23 Marken geprüft. Eine schreibt die Herkunft in die Produktdaten.

Jede Produktseite trägt ein Datenblatt für Maschinen, und das Format sieht ein Feld für das Herkunftsland vor. In 23 Prüfungen war es genau einmal gefüllt.

Veröffentlicht 31. Juli 2026 Zuletzt geprüft 31. Juli 2026

Was auf einer Produktseite doppelt steht

Jede Produktseite spricht zwei Sprachen. Die eine ist für Menschen: Bilder, Beschreibung, Merkmalsliste. Die andere ist für Maschinen — ein Datenblatt im Seitenquelltext, das Suchmaschinen, Preisvergleiche und Einkaufshilfen auslesen. Es enthält Name, Artikelnummer, Preis, Verfügbarkeit, oft die akzeptierten Zahlungsarten.

Dieses Format sieht auch ein Feld für das Herkunftsland vor. Es heißt countryOfOrigin, es ist seit Jahren Bestandteil des Standards, und es kostet eine Zeile.

Wir haben es bei 23 Marken gesucht. Gefunden haben wir es einmal.

Die eine Ausnahme

Loro Piana führt es. Im Produktdatenblatt des Cashmere-Pullovers Sergio, 1.300 Euro, steht:

"countryOfOrigin": { "@type": "Country", "name": "Italy" }

Das ist die einzige Marke unserer Prüfung, bei der ein Vergleichsdienst die Herkunft auslesen könnte, ohne den Fließtext zu verstehen.

Zur Herkunft dieses Befunds: Die Website weist unsere Abrufe ab. Geprüft wurde die Seite in einer Browsersitzung des Betreibers am 31. Juli 2026; wir selbst haben sie nicht öffnen können. Wir schreiben das dazu, weil wir sonst verschweigen würden, worauf die Angabe beruht.

Und was die Ausnahme zeigt

Inhaltlich sagt Loro Piana das Wenigste, was eine Herkunftsangabe sagen kann: ein Landesname, „Made in Italy", ohne Ort, ohne Betrieb, ohne Fertigungsstufe.

Natalino nennt in seinen Beschreibungen 58-mal Neapel, achtmal Florenz, viermal Okayama — und ist maschinell unsichtbar. Asket legt die Lieferkette über siebzehn Schritte offen, jeden mit Lieferantennamen — und ist es ebenfalls.

Wie genau eine Marke Auskunft gibt und ob diese Auskunft abfragbar ist, hat also nichts miteinander zu tun. Es sind zwei getrennte Entscheidungen, und die zweite trifft in der Regel niemand bewusst.

Der Fall Asket, der keiner ist

Bei einer weiteren Marke schlug die Suche zunächst an: Asket, 81 Treffer.

Die Gegenprobe ergab etwas anderes. Die Felder stehen in Askets eigener Datenschicht — countryOfOrigin mit dem Wert „Portugal", countryOfOriginCode mit „PT", dazu ein Feld supplierName mit „Cottonparadise, Lda". Sogar der Name des Zulieferers steht dort maschinenlesbar.

Nur eben nicht im standardisierten Block. Dessen Produkteintrag umfasst rund 14.000 Zeichen und enthält null Herkunftsfelder. Ein Vergleichsdienst, der den Standard liest, findet auch hier nichts.

Eine Adresse ist keine Herkunft

Bei Windsor steht unter „Hersteller" eine vollständige Anschrift: Strellson AG, Sonnenwiesenstrasse 21, Kreuzlingen, Schweiz.

Das sieht nach einer Herkunftsangabe aus, ist aber keine. Die europäische Produktsicherheitsverordnung verlangt, dass ein verantwortlicher Wirtschaftsakteur mit Anschrift genannt wird — wer haftet, nicht wo genäht wurde. Die beiden Angaben fallen nur selten zusammen.

Wir führen Windsor deshalb als „keine Angabe". Wer die Adresse für den Fertigungsort hält, liest eine Haftungsangabe als Herkunftsnachweis.

Was das praktisch bedeutet

Ein Dienst, der Marken maschinell ausliest, sieht bei Natalino dasselbe wie bei SIR of Sweden, das gar nichts angibt: nichts.

Die Auskunft existiert, sie ist bloß nicht abfragbar. Für die Marke bedeutet das, dass ihre Offenheit in keinem automatischen Vergleich auftaucht. Für Käuferinnen und Käufer bedeutet es, dass jede Filterfunktion nach Herkunft ins Leere greift — nicht weil die Daten fehlen, sondern weil sie an der falschen Stelle stehen.

Was wir hier korrigiert haben

Die erste Fassung dieser Seite stützte sich auf dreizehn Marken und nannte den Befund ausnahmslos.

Für diese dreizehn gilt er weiterhin. Als Aussage über die Branche war er zu weit gegriffen, und mit Loro Piana liegt die Gegenprobe vor. Wir haben die Tabelle auf 23 Marken erweitert und den Satz zurückgenommen.

Das Ergebnis ist dadurch nicht schwächer geworden, sondern genauer: nicht „macht niemand", sondern „macht eine von 23 — und ausgerechnet die, die inhaltlich am wenigsten sagt".

23 Marken, je eine Produktseite, geprüft vom 27. bis 31. Juli 2026

MarkeWas auf der Seite stehtDatenblatt vorhandenHerkunft darin
Loro Piana „Made in Italy" in der Merkmalsliste ja JA — countryOfOrigin „Italy"
Asket Lieferkette mit 17 Schritten, Lieferant je Schritt ja (7 Produkteinträge) nein
Natalino Feld „Made In" plus Stadt im Text, 58-mal Neapel ja nein
Theory Konfektion Vietnam, Stoff Japan über vier Stufen ja nein
Velasca Feld „Made in — Montegranaro (Italy)" ja nein
Pini Parma „Made in Italy" bei 30 von 30 Artikeln ja nein
Myrqvist „Handcrafted in Portugal" auf 8 von 8 Seiten ja (18 Produkteinträge) nein
Anton Meyer „gewebt von Albini, gefertigt in Portugal" ja (9 Produkteinträge) nein
Levi's „Hergestellt in Pakistan" im Aufklappfeld ja nein
Frederic's je Artikel verschieden, bei 2 von 7 gar nichts ja nein
Mango „Herstellung: Ägypten", teils drei Fertigungsstufen nein — führt gar keins
Louis Vuitton „Made in France, Made in Spain, oder Made in Italy" ja nein
Suitsupply nur die Weberei: „Woven by Piacenza, Italy" ja nein
Profuomo nur der Stoff, in Japan gestrickt — kein Konfektionsland ja nein
GANT nur die Weberei Thomas Mason, kein Land ja nein
Ralph Lauren „Importiert" — ohne Land ja nein
Windsor keine Angabe — nur Produzentenadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung ja nein
Charles Tyrwhitt keine Angabe ja nein
John Henric keine Angabe ja nein
Replay keine Angabe ja nein
Jack & Jones keine Angabe ja nein
Borriello Napoli keine Angabe ja nein
SIR of Sweden keine Angabe ja (6 Produkteinträge) nein

Häufige Fragen

Was ist ein Produktdatenblatt?

Ein maschinenlesbarer Block im Seitenquelltext, den Suchmaschinen und Vergleichsdienste auslesen. Er enthält typischerweise Name, Artikelnummer, Preis und Verfügbarkeit — und kann ein Feld für das Herkunftsland enthalten.

Welche Marke führt das Feld?

Von 23 geprüften eine: Loro Piana. Im Produktdatenblatt steht countryOfOrigin mit dem Wert „Italy".

Wie habt ihr geprüft?

Je eine Produktseite pro Marke vollständig geladen und im Quelltext nach countryOfOrigin und countryOfAssembly gesucht, dazu die Zahl der Datenblöcke gezählt. Die Loro-Piana-Seite weist unsere Abrufe ab; sie wurde in einer Browsersitzung des Betreibers geprüft.

Warum zählt Asket nicht als Ausnahme?

Weil die Felder dort in der eigenen Datenschicht der Seite stehen, nicht im standardisierten Block. Dieser enthält null Herkunftsfelder.

Ist die Adresse unter „Hersteller" eine Herkunftsangabe?

Nein. Die EU-Produktsicherheitsverordnung verlangt einen verantwortlichen Wirtschaftsakteur mit Anschrift — also wer haftet, nicht wo gefertigt wurde.

Warum ist das wichtig?

Weil eine Angabe, die nur im Fließtext steht, in keinem automatischen Vergleich auftaucht. Marken, die ihre Herkunft offenlegen, sehen dort aus wie Marken, die schweigen.