Fendi
Es ist die ungewöhnlichste Offenlegung des Luxussegments. Und sie sagt etwas anderes, als die Werbung nahelegt.
Fendi
- Herkunft
- Italien
- Gegründet
- 1925
- Konzern
- LVMH
- Produktion
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Kernmaterialien
- Leder, Pelz, Textil
- Preisniveau
- 4/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 25/25
- Verlinkte Quellen 20/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis Weniger, als dieses Preisband üblicherweise belegt
Eine Liste, die man mitnehmen kann
Fendi veröffentlicht eine Aufstellung seiner Zulieferer, und zwar als Datei zum Herunterladen. Sie nennt Firmennamen, Anschriften, die Produktkategorie und die Zahl der Mitarbeitenden.
Unter den großen Häusern tut das fast niemand. In unserer gesamten Stichprobe hatten wir es zuvor bei einem einzigen Hersteller gefunden — einem schwäbischen T-Shirt-Betrieb.
Und im eigenen Konzern steht die Sache noch schärfer: Céline sagt zu einer Tasche für 4.650 Dollar nichts, Louis Vuitton bietet bei 6.700 Euro drei Länder zur Auswahl. Fendi legt die Zulieferer offen.
Was die Verteilung wirklich zeigt
Nach eigener Angabe verteilen sich die Betriebe so:
Italien 440 · Frankreich 7 · Spanien 6 · China 2 · Schweiz 2 · Portugal 1 · Albanien 1 · Indien 1
Der Schwerpunkt liegt eindeutig in Italien, und die geprüfte Baguette für 2.700 Euro trägt entsprechend „Made in Italy".
Interessanter ist der Rest. Ein Haus, das für italienische Handarbeit steht, arbeitet auch mit Betrieben in China, Albanien und Indien. Das ist weder anrüchig noch ungewöhnlich — es widerspricht nur dem Bild, das ein Markenname erzeugt.
Und genau das ist der Gewinn einer Liste: Sie ersetzt ein Bild durch Zahlen, die man nachzählen kann.
Was die Liste nicht leistet
Wir machen daraus ausdrücklich kein Gütesiegel.
Sie ordnet keinen Betrieb einem Produkt zu. Welche der Werkstätten die geprüfte Tasche gefertigt hat, geht daraus nicht hervor — dieselbe Lücke wie bei Levi's und Mango.
Sie reicht nicht in die Vorstufen. Aufgeführt sind überwiegend die direkten Zulieferer. Wo Garne gesponnen und Häute gegerbt werden, steht nicht da.
Und sie sagt nichts über die Bedingungen. Eine Anschrift ist keine Auskunft darüber, wie dort gearbeitet wird. Wir haben keinen Betrieb besucht und keine Prüfung eingesehen.
Was sie leistet, ist etwas anderes und nicht wenig: Sie macht Behauptungen überprüfbar. Wer eine Adresse veröffentlicht, kann angesehen werden.
Zum Haus
Gegründet 1925 in Rom von Adele und Edoardo Fendi. Die kreative Leitung liegt seit dem 14. Oktober 2025 bei Maria Grazia Chiuri, zuvor bei Dior.
Zum Übernahmejahr gibt es zwei Darstellungen: LVMH nennt den Erwerb im Jahr 2000 und die Mehrheitsbeteiligung 2001, andere Quellen nennen 1999. Wir folgen der Konzernangabe und halten fest, dass sie nicht unstrittig ist.
Wie wir geprüft haben
Wir haben die Produktseite und die Zuliefererliste am 30. Juli 2026 von Hand durchgesehen. Alle Zitate stehen im Wortlaut. Die geprüfte Baguette 26424 kostet 2.700 Euro, ist mit 100 Prozent Kalbsleder angegeben und trägt die Artikelnummer 8BR850B14MF0QA1.
Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Liste ansehen
Was wir belegen können
- Lieferantenliste mit Firmennamen, Adressen, Produktkategorie und Mitarbeiterzahl, gelesen am 30. Juli 2026
- Länderverteilung nach eigener Angabe: Italien 440, Frankreich 7, Spanien 6, China 2, Schweiz 2, Portugal 1, Albanien 1, Indien 1, Mauritius 1
- Tabelle der Zulieferer steht als Datei zum Herunterladen bereit
- Baguette 26424, 2.700 €, „100 % Kalbsleder", „Made in Italy" (Art. 8BR850B14MF0QA1)
- Gegründet 1925 in Rom von Adele und Edoardo Fendi
- LVMH erwirbt Fendi im Jahr 2000 und wird 2001 Mehrheitsaktionär (Angabe von LVMH)
- Maria Grazia Chiuri seit 14. Oktober 2025 Chief Creative Officer, zuvor Dior
Was nicht
- Wo Garne gesponnen und Häute gegerbt werden — die Liste umfasst überwiegend die direkten Zulieferer
- Die Bedingungen in den genannten Betrieben; wir haben keinen besucht und keine Prüfung eingesehen
- Welcher Betrieb welches Produkt fertigt — die Liste ordnet nicht Artikel zu Werk zu
- Ob die Angabe zum Übernahmejahr stimmt; LVMH nennt 2000/2001, andere Darstellungen nennen 1999
Fendi kaufen — bei diesen Händlern
-
Fendi
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Quellen
4 insgesamt · intern archiviert- Lieferantenliste mit Namen, Adressen und Länderverteilung — Fendi Abgerufen 30. Juli 2026
- Baguette 26424, 2.700 €, „Made in Italy" — Fendi Abgerufen 30. Juli 2026
- Gründung 1925, Übernahme durch LVMH 2000/2001 — LVMH Abgerufen 30. Juli 2026
- Maria Grazia Chiuri zur Chief Creative Officer ernannt — LVMH Abgerufen 30. Juli 2026
Leser-Erfahrungen zu Fendi
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Veröffentlicht Fendi wirklich seine Zulieferer?
Ja. Die Seite „Traceability of Supply Chain" listet Betriebe mit Firmennamen und Adressen, dazu eine Datei zum Herunterladen. Wir haben sie am 30. Juli 2026 selbst geöffnet und die Länderverteilung mit 461 Betrieben vorgefunden.
Wo wird Fendi hergestellt?
Die von uns gelesene Produktseite nennt „Made in Italy", und die Lieferantenliste weist 440 von 461 Betrieben in Italien aus. Einzelne Betriebe liegen in Frankreich, Spanien, China, der Schweiz, Portugal, Albanien, Indien und Mauritius.
Wem gehört Fendi?
LVMH. Der Konzern erwarb das Haus nach eigener Angabe im Jahr 2000 und wurde 2001 Mehrheitsaktionär.
Ist Fendi damit transparenter als andere Luxushäuser?
Bei der Lieferkette ja, und deutlich. Im selben Konzern nennen Loewe und Celine auf ihren Produktseiten nicht einmal ein Herstellungsland.