Mango
Mango beantwortet die Frage, an der teurere Häuser scheitern. Die Antwort steht allerdings so auf der Seite, dass sie nur Menschen finden.
Mango
- Herkunft
- Spanien
- Gegründet
- 1984
- Konzern
- Unabhängig
- Produktion
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Kernmaterialien
- Baumwolle
- Preisniveau
- 2/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 25/25
- Verlinkte Quellen 20/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis So viel, wie dieses Preisband üblicherweise belegt
Ein Block namens „Herkunft"
Am 30. Juli 2026 haben wir zwei Artikel im deutschen Shop geprüft, beide im Browser, weil sich die Seiten erst dort aufbauen und die Angabe hinter einem Aufklappfeld liegt.
Die Baumwollhose für 59,99 Euro, REF. 27081257, führt unter „Zusammensetzung" 97 Prozent Baumwolle und 3 Prozent Elasthan, beim Futter 65 Prozent Polyester und 35 Prozent Baumwolle. Darunter steht ein eigener Block:
HERKUNFT · Entworfen in Barcelona · Herstellung: Ägypten
Das ist mehr, als Céline und Loewe zu Stücken für das Fünfzig- bis Hundertfache sagen. Es kostet nichts, es steht einfach da, und es ist ein ganzer Satz statt eines Feldes.
Beim Blazer werden es drei Stufen
Der zweireihige Blazer für 69,99 Euro, REF. 37065841, geht weiter:
HERKUNFT · Entworfen in Barcelona · Herstellung: Vietnam · Färbung und Print: Südkorea · Stoff: Südkorea
Vier Zeilen, drei Fertigungsstufen. Damit liegt ein Blazer für unter siebzig Euro auf der Höhe von Pull&Bear — und über allem, was die Häuser mit vierstelligen Preisen in dieser Recherche geliefert haben.
Bemerkenswert ist auch der Unterschied zwischen beiden Artikeln. Die Hose nennt eine Stufe, der Blazer vier. Die Tiefe schwankt also je Produkt; wer nur einen Artikel ansieht, bekommt ein zu gutes oder ein zu schlechtes Bild.
Und trotzdem unsichtbar
Jetzt der Teil, den man auf der Seite nicht sieht.
Beide Produktseiten enthalten kein einziges strukturiertes Datenfeld. Wir haben im fertig geladenen Dokument gezählt: null Skripte vom Typ application/ld+json, null Treffer für countryOfOrigin und countryOfAssembly in rund 327.000 Zeichen.
Für einen Menschen, der die Seite liest, ist die Herkunft also vorhanden. Für alles, was Seiten maschinell ausliest — Produktsuchen, Preisvergleiche, Einkaufsassistenten, auch die Auswertungen, mit denen wir arbeiten — existiert sie nicht.
Das ist genau die Umkehrung dessen, was wir bei anderen Häusern gesehen haben, wo eine Angabe im Quelltext steht, die auf der Seite selbst niemand findet. Hier liegt sie sichtbar und ist trotzdem nicht abfragbar.
Die Fabrikliste dagegen ist maschinenlesbar
Auf der Konzernseite steht eine Fabrikkarte, und sie ist gut. Mango schreibt dazu, Transparenz sei wesentlich für den eigenen Nachhaltigkeitsansatz und die Karte zeige, wo die Produkte hergestellt werden.
Technisch ist die Karte eine eingebundene Ansicht von Open Supply Hub, einer offenen Datenbank für Produktionsstätten. Dort sind für Mango 5.870 Werke verzeichnet, jedes mit einer eigenen Kennung, mit Adresse, und der ganze Bestand lässt sich herunterladen.
Das ist die brauchbarste Form, in der eine Fabrikliste vorliegen kann — vergleichbar über Marken hinweg, auswertbar, dauerhaft adressierbar. GANT veröffentlicht seine Liste als Bildschirmfoto; hier steht sie in einer Datenbank.
Zwei Auskünfte, die nicht zusammenkommen
Damit ist Mangos Offenlegung eigentümlich gespalten.
Auf der Produktseite steht das Land für genau diesen Artikel, aber ohne Fabrik und ohne maschinellen Zugriff. In der Datenbank stehen 5.870 Fabriken mit Adresse, aber ohne jeden Bezug zum Produkt.
Beide Hälften sind für sich stark. Zusammengeführt sind sie nicht: Aus welcher der 5.870 Werkstätten die Hose kommt, deren Seite „Ägypten" sagt, lässt sich nicht ermitteln. Dieselbe Lücke haben wir bei GANT gefunden, dort allerdings ohne die Angabe auf der Produktseite.
Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.
- Produktionsländer
- EG, VN, KR
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Liste ansehen
Was wir belegen können
- Baumwollhose REF. 27081257, 59,99 €, mit dem Block „HERKUNFT · Entworfen in Barcelona · Herstellung: Ägypten", geprüft am 30. Juli 2026
- Zusammensetzung der Hose: 97 % Baumwolle, 3 % Elasthan; Futter 65 % Polyester, 35 % Baumwolle
- Blazer REF. 37065841, 69,99 €, mit vier Zeilen: Entworfen in Barcelona, Herstellung Vietnam, Färbung und Print Südkorea, Stoff Südkorea
- Keine strukturierten Daten auf beiden Produktseiten: null Skripte vom Typ application/ld+json
- Null Treffer für countryOfOrigin und countryOfAssembly in rund 327.000 Zeichen des geladenen Dokuments
- Fabrikkarte der Konzernseite als eingebundene Ansicht von Open Supply Hub
- 5.870 verzeichnete Werke mit Kennung, Adresse und Download-Möglichkeit
Was nicht
- Welches der 5.870 Werke einen bestimmten Artikel gefertigt hat — Produktangabe und Fabrikliste sind nicht verknüpft
- Ob jeder Artikel des Sortiments einen Herkunftsblock trägt; wir haben zwei geprüft und dabei zwei unterschiedliche Tiefen gefunden
- Wo die Baumwolle angebaut wurde; die Angaben beginnen beim Stoff
- Ob die Bedingungen in den genannten Werken den Angaben entsprechen; wir waren in keinem davon
Quellen
4 insgesamt · intern archiviert- Baumwollhose REF. 27081257 mit dem Block „Herkunft": Entworfen in Barcelona, Herstellung Ägypten — Mango Abgerufen 30. Juli 2026
- Blazer REF. 37065841 mit Herstellung, Färbung und Stoff — Mango Abgerufen 30. Juli 2026
- Fabrikkarte der Konzernseite mit dem Hinweis zur Transparenz — Mango Fashion Group Abgerufen 30. Juli 2026
- 5.870 verzeichnete Werke mit Kennung und Adresse — Open Supply Hub Abgerufen 30. Juli 2026
Leser-Erfahrungen zu Mango
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Nennt Mango das Herstellungsland?
Ja, im Klartext auf der Produktseite. Bei der geprüften Hose „Herstellung: Ägypten", beim geprüften Blazer „Herstellung: Vietnam" samt Färbung und Stoff aus Südkorea.
Warum finden Preisvergleiche diese Angabe nicht?
Weil die Produktseiten keine strukturierten Daten enthalten. Wir haben null Skripte vom Typ application/ld+json gezählt und keinen einzigen Treffer für ein Herkunftsfeld — die Angabe steht nur im sichtbaren Text.
Gibt es eine Fabrikliste?
Ja, als Karte auf Open Supply Hub mit 5.870 Werken, jeweils mit Kennung und Adresse, herunterladbar.
Lässt sich ein Artikel einer Fabrik zuordnen?
Nein. Die Produktseite nennt ein Land, die Datenbank nennt Werke — verknüpft sind beide nicht.
Ist die Angabe bei jedem Artikel gleich ausführlich?
Nein. Von den beiden geprüften Artikeln nannte einer eine Fertigungsstufe, der andere drei.