Ralph Lauren
Es gibt eine Fabrikliste mit 704 Werken. Auf der Produktseite steht davon ein einziges Wort — und das nennt kein Land.
Ralph Lauren
- Herkunft
- USA
- Gegründet
- 1967
- Konzern
- Unabhängig
- Produktion
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Kernmaterialien
- Baumwolle
- Preisniveau
- 4/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 25/25
- Verlinkte Quellen 20/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis Weniger, als dieses Preisband üblicherweise belegt
Ein Wort statt eines Landes
Am 30. Juli 2026 haben wir das Piqué-Polo im Custom-Slim-Fit geprüft, Modellnummer 512693. Die Beschreibung ist ausführlich: Knopfleiste, gerippte Armbündchen, längerer Saum hinten, das gestickte Pony auf der Brust. Sie endet so:
Baumwolle. Waschmaschinenfest. Importiert.
Das ist die vollständige Herkunftsangabe. Weder sichtbar noch im Quelltext steht „Hergestellt in", „Made in" oder ein Ursprungsland; für countryOfOrigin und countryOfAssembly gab es bei 1,59 Megabyte keinen einzigen Treffer.
Warum „importiert" nichts sagt
Das Wort ist die wörtliche Übertragung der amerikanischen Zollformel „Imported". In den USA erfüllt sie eine Kennzeichnungspflicht und steht neben der Angabe des Ursprungslands auf dem Etikett.
Im deutschen Text bleibt davon eine Verneinung übrig. „Importiert" sagt, dass etwas eingeführt wurde — also nicht von hier stammt. Welches Land gemeint ist, sagt es nicht. Für Kundinnen und Kunden in Deutschland ist der Informationsgehalt damit nahezu null; es bleibt „nicht Deutschland", und das ist bei einer amerikanischen Marke keine Überraschung.
Wir halten das ausdrücklich nicht für eine Täuschung. Es ist eine übernommene Formel, die im neuen Sprachraum ihren Zweck verliert.
Das Datenblatt macht den Punkt von selbst
Anders als bei Mango gibt es hier strukturierte Daten, und sie sind sorgfältig gepflegt.
Der Produktdatenblock führt Name, Artikelnummer, Bild, Beschreibung, Marke, Adresse der Seite und ein Angebotsobjekt. Dieses Angebot enthält Währung, Preis, Verfügbarkeit, Zustand und sogar die akzeptierten Zahlungsarten.
Dasselbe Format sieht ein Feld für das Herkunftsland vor. Es ist leer. Gefüllt sind die Felder, die den Verkauf tragen.
Das ist keine Nachlässigkeit eines Einzelfalls, sondern eine Entscheidung darüber, was ein Produktdatensatz enthalten soll — und Herkunft gehört bei den meisten Häusern dieser Recherche nicht dazu.
Die Daten liegen vor
Auf der Unternehmensseite steht unter „Factory Disclosure" eine Karte, und auch sie ist eine eingebundene Ansicht von Open Supply Hub. Verzeichnet sind dort 704 Werke mit Kennung und Adresse.
Damit gilt hier dasselbe wie bei Mango und GANT: Es fehlt nicht an Daten. Es fehlt die Verbindung zwischen dem Stück in der Hand und der Liste im Konzernbereich — und auf der Produktseite ein Wort, das mehr sagt als „nicht von hier".
Was wir nicht prüfen konnten
Der Preis des geprüften Polos.
Der Artikel war zum Zeitpunkt der Prüfung nicht lieferbar; das Datenblatt wies ihn als nicht verfügbar aus und führte keinen Preis. Wir tragen deshalb keinen nach.
Und die Zuordnung des Polos zu einem der 704 Werke.
Sie ergibt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht.
Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Liste ansehen
Was wir belegen können
- Piqué-Polo im Custom-Slim-Fit, Modellnummer 512693, geprüft am 30. Juli 2026
- Beschreibung endet mit „Baumwolle. Waschmaschinenfest. Importiert."
- Kein „Hergestellt in", kein „Made in", kein Ursprungsland; null Treffer für countryOfOrigin und countryOfAssembly bei 1,59 MB
- Produktdatenblock mit Name, Artikelnummer, Bild, Beschreibung, Marke, Adresse und Angebotsobjekt
- Angebotsobjekt mit Währung, Preis, Verfügbarkeit, Zustand und akzeptierten Zahlungsarten — ohne Herkunftsfeld
- Fabrikkarte „Factory Disclosure" der Unternehmensseite als eingebundene Ansicht von Open Supply Hub
- 704 verzeichnete Werke mit Kennung und Adresse
Was nicht
- Das Herstellungsland des geprüften Polos oder irgendeines anderen Artikels
- Die Zuordnung eines Artikels zu einem der 704 Werke
- Der Preis des geprüften Polos; der Artikel war nicht lieferbar und das Datenblatt führte keinen
- Ob die Bedingungen in den genannten Werken den Angaben entsprechen; wir waren in keinem davon
Quellen
3 insgesamt · intern archiviert- Piqué-Polo 512693; Beschreibung endet mit „Importiert", ohne Land — Ralph Lauren Abgerufen 30. Juli 2026
- Fabrikkarte „Factory Disclosure" der Unternehmensseite — Ralph Lauren Corporation Abgerufen 30. Juli 2026
- 704 verzeichnete Werke mit Kennung und Adresse — Open Supply Hub Abgerufen 30. Juli 2026
Leser-Erfahrungen zu Ralph Lauren
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Wo wird Ralph Lauren hergestellt?
Die Produktseite sagt es nicht. Die einzige Angabe lautet „Importiert" — sie nennt kein Land.
Was bedeutet „Importiert"?
Es ist die wörtliche Übertragung der US-Zollformel „Imported". Dort erfüllt sie eine Kennzeichnungspflicht neben der Ursprungsangabe; im deutschen Text bleibt eine Verneinung übrig — eingeführt, also nicht von hier.
Steht die Herkunft wenigstens im Quelltext?
Nein. Das Produktdatenblatt führt Preis, Verfügbarkeit, Zustand und Zahlungsarten, aber kein Herkunftsfeld, obwohl das Format eines vorsieht.
Gibt es eine Fabrikliste?
Ja, unter „Factory Disclosure" auf der Unternehmensseite, als Open-Supply-Hub-Karte mit 704 Werken samt Kennung und Adresse.
Lässt sich ein Polo einer Fabrik zuordnen?
Nein. Die Liste nennt Werke, die Produktseite nennt nicht einmal ein Land.