Marken-Porträt · kein Test

Frederic's

Zum ersten Mal in dieser Recherche lässt sich die Umkehr von Preis und Auskunft innerhalb einer einzigen Marke zeigen.

Veröffentlicht 30. Juli 2026 Zuletzt geprüft 30. Juli 2026 4 verlinkte Quellen

Frederic's

Herkunft
Deutschland
Gegründet
Keine Angabe
Konzern
Unabhängig
Produktion
PT, TR, CN
Kernmaterialien
Baumwolle, Wolle
Preisniveau
2/4
Beleg-Index
33 von 100

Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen

  • Produktions-Offenlegung 13/25
  • Verlinkte Quellen 20/20
  • Eigene Materialprüfung 0/15
  • Flächengewicht angegeben 0/12
  • Herstellungsland je Produkt 0/10
  • Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
  • Kostenaufbau veröffentlicht 0/8

Beleglage zum Preis So viel, wie dieses Preisband üblicherweise belegt

Ein Abschnitt, der „Herkunft" heißt

Am 30. Juli 2026 haben wir acht Produktseiten vollständig geladen. Beim Seersucker-Hemd für 134,90 Euro trägt ein eigener Abschnitt die Überschrift „Herkunft", und darunter steht:

Unseren Seersucker beziehen wir von der renommierten Weberei Sidogras in Spanien und lassen daraus in einer kleinen Fertigungsstätte in Portugal unsere Hemden anfertigen.

Damit sind zwei Stufen benannt, jede mit Land, und die Weberei zusätzlich mit Namen. In der Merkmalsliste desselben Artikels steht dazu „Made in Europe: Stoff von der renommierten Sidogras-Weberei, gefertigt in Portugal".

„Made in Europe" allein wäre nichtssagend — Europa ist kein Herstellungsland. Hier wird der Begriff im selben Atemzug aufgelöst, und genau das unterscheidet ihn von seiner üblichen Verwendung.

Die Strickwaren nennen die Innere Mongolei

Beim Sommerpullover für 124,90 Euro und beim Strickpolo für 109,90 Euro steht ein anderer Ort, und er wird nicht versteckt:

Das Rohmaterial unserer Garne wird dort selbst bezogen, gefärbt, gesponnen und gestrickt – alles in-house von einem kleinen, eingespielten Team mit Sitz in der Inneren Mongolei.

Die Innere Mongolei ist eine Region im Norden Chinas. Genannt werden vier Arbeitsschritte an einem Ort — Bezug des Rohmaterials, Färben, Spinnen, Stricken.

Das ist mehr, als die meisten Häuser dieser Recherche über irgendein Produkt sagen, und es ist bemerkenswert, weil eine deutsche Marke hier China benennt, statt den Begriff zu meiden. Dieser Seite geht es nicht darum, welches Land dasteht, sondern ob eines dasteht.

Und dann die beiden teuersten Stücke

Jetzt die Reihe nach Preis, wie wir sie vorgefunden haben.

46,90 Euro — Langarmshirt: „Made in Turkey".
109,90 Euro — Strickpolo: Innere Mongolei, vier Arbeitsschritte.
124,90 Euro — Sommerpullover: Innere Mongolei, alles im eigenen Haus.
134,90 Euro — Seersucker-Hemd: Weberei in Spanien, Fertigung in Portugal.
139,90 Euro — Hemd Chicago: „gefertigt in Portugal".
419,90 Euro — Sakko New York: keine Angabe.
449,90 Euro — Club Blazer Hamburg: keine Angabe.

Die beiden teuersten Stücke des geprüften Bestands sind die einzigen ohne Ortsangabe. Wir haben bei beiden auch den Quelltext durchsucht, nicht nur den sichtbaren Text — dort steht ebenfalls nichts.

Dieses Muster kannten wir bisher nur zwischen Marken: Weekday nennt Fabrik und Beschäftigtenzahl, Céline nennt bei tausendfachem Preis kein Land. Hier steht es innerhalb eines einzigen Sortiments.

Was wir daraus nicht schließen

Beide stillen Stücke sind Gemeinschaftsarbeiten mit SIR of Sweden — einer Marke, die auf acht von acht eigenen Produktseiten ebenfalls keine Herkunft nennt.

Das ist eine Übereinstimmung, mehr nicht. Wer bei einem gemeinsamen Stück entscheidet, was auf der Seite steht, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Wir halten den Befund fest und sparen uns die Schlussfolgerung.

Bemerkenswert bleibt er trotzdem: Das dritte Gemeinschaftsstück, das Hemd Chicago für 139,90 Euro, nennt Portugal sehr wohl.

Eine Falle beim Nachprüfen

Auf jeder Seite dieses Shops stehen Portugal, Spanien, Italien, Litauen und Polen — je zweimal, auf allen Seiten gleich. Das ist eine Versandländerliste im Fußbereich und hat mit dem Produkt nichts zu tun.

Wer Ländernamen zählt, statt Sätze zu lesen, schreibt hier fünf Herkunftsländer auf, wo keines gemeint ist. Wir nennen das, weil automatische Auswertungen genau so vorgehen — und weil uns dieselbe Zählung beinahe in die Irre geführt hätte.

Wo die Auskunft endet

Kein Betrieb wird namentlich genannt — außer der Weberei. Die „kleine Fertigungsstätte in Portugal" bleibt ohne Namen, das Strickteam in der Inneren Mongolei ebenso.

Es gibt keine Lieferantenliste.

Und nichts davon steht in den strukturierten Daten.

Auf keiner geprüften Seite gab es einen Treffer für ein Herkunftsfeld. Wie bei Mango, Myrqvist und Velasca ist die Auskunft nur für Menschen lesbar.

Transparenz-Fakten

Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.

Produktionsländer
Portugal, Türkei, China

Was wir belegen können

  • Acht vollständig geladene Produktseiten am 30. Juli 2026
  • Seersucker-Hemd, 134,90 €, mit einem Abschnitt „Herkunft": Weberei Sidogras in Spanien, Fertigung in einer kleinen Fertigungsstätte in Portugal
  • Merkmalszeile desselben Artikels: „Made in Europe: Stoff von der renommierten Sidogras-Weberei, gefertigt in Portugal"
  • Sommerpullover 124,90 € und Strickpolo 109,90 €: Rohmaterial bezogen, gefärbt, gesponnen und gestrickt in der Inneren Mongolei
  • Langarmshirt, 46,90 €: „Made in Turkey"
  • Hemd Chicago (SIR X Frederic's), 139,90 €: „gefertigt in Portugal"
  • Sakko New York, 419,90 €, und Club Blazer Hamburg, 449,90 €, beide SIR X Frederic's: keine Ortsangabe, weder sichtbar noch im Quelltext
  • Null Treffer für countryOfOrigin und countryOfAssembly auf allen geprüften Seiten
  • Versandländerliste im Fußbereich mit Portugal, Spanien, Italien, Litauen und Polen auf jeder Seite — ohne Produktbezug

Was nicht

  • Die Namen der Fertigungsbetriebe; genannt ist nur die Weberei
  • Wer bei den Gemeinschaftsstücken entscheidet, ob eine Herkunft auf der Seite steht
  • Ob das ganze Sortiment dem Muster folgt — wir haben acht Seiten geprüft, nicht den vollen Bestand
  • Gründungsjahr und Sitz; beides ließ sich aus keiner Primärquelle belegen
  • Ob die Bedingungen in den Betrieben den Angaben entsprechen; wir waren in keinem davon

Quellen

4 insgesamt · intern archiviert
  1. Seersucker-Hemd, 134,90 €, mit dem Abschnitt „Herkunft" (Weberei Sidogras, Spanien; Fertigung Portugal) — Frederic's Abgerufen 30. Juli 2026
  2. Sommerpullover, 124,90 €, mit vier Arbeitsschritten in der Inneren Mongolei — Frederic's Abgerufen 30. Juli 2026
  3. Club Blazer Hamburg, 449,90 €, ohne jede Herkunftsangabe — Frederic's Abgerufen 30. Juli 2026
  4. Strickpolo, 109,90 €, mit der Nennung der Inneren Mongolei — Frederic's Abgerufen 30. Juli 2026

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Häufige Fragen

Wo lässt Frederic's fertigen?

Je nach Artikel unterschiedlich und meist benannt: Portugal bei Hemden, die Türkei bei einem Shirt, die Innere Mongolei bei Strickwaren. Bei zwei Artikeln steht nichts.

Welche Stücke nennen keine Herkunft?

Das Sakko New York für 419,90 € und der Club Blazer Hamburg für 449,90 € — die beiden teuersten des geprüften Bestands. Wir haben auch den Quelltext durchsucht.

Ist „Made in Europe" hier eine Nebelkerze?

Nein. Der Begriff steht in der Merkmalszeile, wird aber im selben Satz aufgelöst: Stoff aus Spanien, Fertigung in Portugal. Ein eigener Abschnitt „Herkunft" führt das aus.

Warum stehen auf jeder Seite fünf Länder?

Das ist eine Versandländerliste im Fußbereich, kein Produktbezug. Wer Ländernamen zählt statt Sätze zu lesen, kommt hier zu einem falschen Ergebnis.

Steht die Herkunft in den strukturierten Daten?

Nein. Auf keiner geprüften Seite gab es einen Treffer für ein Herkunftsfeld.

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