Charles Tyrwhitt
Britischer Name, britische Adresse, britisches Hinweisband. Über den Ort der Fertigung sagt keines dieser drei etwas — und eines davon gibt es nur im Export.
Charles Tyrwhitt
- Herkunft
- Vereinigtes Königreich
- Gegründet
- 1986
- Konzern
- Unabhängig
- Produktion
- Keine Angabe
- Kernmaterialien
- Baumwolle
- Preisniveau
- 3/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 0/25
- Verlinkte Quellen 20/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis Weniger, als dieses Preisband üblicherweise belegt
Was die Produktseite sagt
Am 30. Juli 2026 haben wir die „Ultimative bügelfreie Chino" in Marineblau gelesen, Artikel TRC0274FRN, 99,95 Euro. Angegeben sind „97 % Baumwolle, 3 % Elastan", drei Passformen, vorgewaschener Stoff, ausführliche Pflegehinweise.
Ein Herstellungsland steht nirgends. Wir haben 1,20 Megabyte Quelltext nach countryOfOrigin, countryOfAssembly, „Made in", Ursprungsland und Herstellungsland durchsucht. Kein Treffer.
Der strukturierte Produktdatenblock wird erst im Browser zusammengesetzt und enthält Name, Bild, Artikelnummer, Beschreibung und Preis — sonst nichts. Fest im Seitenkopf steht nur ein Firmendatenblock: Geschäftsadresse in der Sumner Street, London SE1 9HZ, Landeskennung „GB", als Gründer Nick Wheeler.
Das einzige Land, das die Seite maschinenlesbar angibt, ist damit der Sitz des Unternehmens.
Das Flaggensymbol
Über der Produktbeschreibung läuft ein Hinweisband. Links ein Flaggensymbol, daneben der Satz:
Zeitloser britischer Stil, hergestellt für eine lange Lebensdauer
Gelesen, was dasteht, ist der Satz zutreffend und bescheiden. Er handelt vom Stil und von der Haltbarkeit. Er behauptet keine britische Fertigung, und wir unterstellen sie dem Haus auch nicht.
Trotzdem ist die Kombination bemerkenswert: eine Flagge als Symbol, das Wort „britisch", und an keiner Stelle der Seite ein Ort der Herstellung. Die Verbindung zwischen beidem stellt nicht die Marke her, sondern der Lesende. Das ist der Unterschied zwischen einer falschen Angabe und einer fehlenden — und der zweite Fall ist in dieser Branche der häufigere.
Im britischen Shop steht dieser Satz nicht
Wir wollten für unsere englische Fassung den Originalwortlaut haben und haben dieselbe Chino im britischen Shop geöffnet. Dort fehlt der Satz.
Der Platz ist derselbe, die Position ist dieselbe, drei Hinweise nebeneinander über der Beschreibung. Der zweite und der dritte sind in beiden Fassungen wortgleich — sechs Monate Bedenkzeit, ausgezeichneter Kundenservice. Nur der erste ist ausgetauscht. Im britischen Shop trägt er ein Maßband statt einer Flagge und lautet:
Designed To Impress, Built To Last
Kein „British", keine Flagge. Das Wort kommt auf der ganzen britischen Produktseite genau einmal vor, und zwar in einem Menüpunkt zu den British & Irish Lions, also zum Rugby.
Ausgetauscht ist damit genau ein Feld — dasjenige, in dem im Exportmarkt die Nationalität steht. Das ist gängige Lokalisierung, völlig legal und in der Branche verbreitet. Es zeigt aber, wo mit Herkunft geworben wird: dort, wo sie als Besonderheit wirkt, und nicht dort, wo sie selbstverständlich wäre.
Für Käuferinnen und Käufer in Deutschland heißt das: Der stärkste Herkunftshinweis der Seite ist derjenige, den man im Herkunftsland selbst nicht zu sehen bekommt. Über den Ort der Fertigung sagt er in beiden Fassungen nichts.
Einen Klick weiter: keine Liste
Bei anderen Häusern lohnt der Weg von der Produktseite zur Nachhaltigkeitsseite, weil dort steht, was vorne fehlt. Hier nicht.
Wir haben die Nachhaltigkeitsseite in der britischen und in der deutschen Fassung geladen, zusammen 2,3 Megabyte, und nach „factory list", „supplier list", „Fabrikliste", „Lieferantenliste" und „Tier 1" gesucht. Kein einziger Treffer. Verlinkt ist allein die Modern-Slavery-Erklärung.
Es gibt also weder eine Liste mit Fabriknamen noch eine mit Adressen noch eine Aufstellung der Beschaffungsländer im Fließtext.
Was wir nicht sagen können — und warum wir es nicht sagen
Die Modern-Slavery-Erklärung liegt ausschließlich als PDF vor. Wir haben versucht, ihren Text auszulesen: über die Zeichentabellen der eingebetteten Schriften, über einen Abrufdienst und über einen Seitenrenderer. Alle drei Wege sind gescheitert.
In diesem Dokument stehen mutmaßlich Zahlen — wie viele Lieferanten, wie viele Fabriken, in wie vielen Ländern, wie viele davon geprüft. Wir geben keine davon wieder.
Das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Regel dieser Seite. Was wir nicht selbst gelesen haben, drucken wir nicht ab, auch dann nicht, wenn es plausibel klingt. Wer die Zahlen braucht, findet das Dokument über die verlinkte Quelle.
Zur Form selbst lässt sich immerhin sagen: Ein Bericht, der nur als PDF erscheint, ist schwerer nachzuschlagen und schwerer zu vergleichen als eine Angabe auf der Website — und über die reine Erfüllung der gesetzlichen Pflicht hinaus erreicht er kaum jemanden.
Zum Vergleich
Der Gegenfall steht direkt nebenan. GANT nennt auf der Produktseite ebenfalls kein Land — veröffentlicht aber eine Tier-1-Liste mit über sechzig Fabriken und vollständigen Adressen, wenn auch in einer Form, die kaum zu benutzen ist.
Beide Marken bedienen dieselbe Kategorie, dieselbe Preisklasse und dieselbe Anmutung. Vor dem Kauf sieht man ihnen den Unterschied nicht an. Er zeigt sich erst, wenn man einen Klick weitergeht.
Was wir belegen können
- Ultimative bügelfreie Chino, Artikel TRC0274FRN, 99,95 €, gelesen am 30. Juli 2026
- Materialangabe „97 % Baumwolle, 3 % Elastan"
- Kein Herkunftsfeld: 0 Treffer für countryOfOrigin, countryOfAssembly, „Made in", Ursprungsland und Herstellungsland bei 1,20 MB Quelltext
- Produktdatenblock wird clientseitig zusammengesetzt und führt nur Name, Bild, Artikelnummer, Beschreibung und Preis
- Fester Firmendatenblock im Seitenkopf: Sumner Street, London SE1 9HZ, Landeskennung „GB", Gründer Nick Wheeler
- Hinweisband mit Flaggensymbol und dem Text „Zeitloser britischer Stil, hergestellt für eine lange Lebensdauer" im deutschen Shop
- Derselbe Platz im britischen Shop mit Maßband-Symbol und dem Text „Designed To Impress, Built To Last" — ohne Flagge und ohne „British"
- Die beiden übrigen Hinweise (sechs Monate Bedenkzeit, Kundenservice) sind in beiden Fassungen inhaltsgleich
- Nachhaltigkeitsseiten in beiden Sprachfassungen ohne Treffer für „factory list", „supplier list", „Fabrikliste", „Lieferantenliste" und „Tier 1"
- Einziges verlinktes Lieferkettendokument ist die Modern-Slavery-Erklärung als PDF
Was nicht
- Das Herstellungsland der geprüften Chino oder irgendeines anderen Artikels
- Fabriknamen oder Adressen; auf der Website ist keine Liste veröffentlicht
- Die Angaben aus der Modern-Slavery-Erklärung; das PDF gab seinen Text mit unseren Mitteln nicht her, deshalb übernehmen wir daraus keine Zahl
- Die Beschaffungsländer, auch nicht als Aufzählung im Fließtext
- Ob und wie die Lieferkette über die erste Stufe hinaus erfasst wird
Quellen
4 insgesamt · intern archiviert- Ultimative bügelfreie Chino, 99,95 €, ohne Herkunftsangabe — Charles Tyrwhitt Abgerufen 30. Juli 2026
- Dieselbe Chino im britischen Shop: Hinweisband ohne Flagge, „Designed To Impress, Built To Last" — Charles Tyrwhitt Abgerufen 30. Juli 2026
- Nachhaltigkeitsseite ohne Fabrik- oder Lieferantenliste — Charles Tyrwhitt Abgerufen 30. Juli 2026
- Modern-Slavery-Erklärung (PDF) — von uns nicht auslesbar, deshalb ohne Zahlenübernahme — Charles Tyrwhitt Abgerufen 30. Juli 2026
Leser-Erfahrungen zu Charles Tyrwhitt
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Wo wird Charles Tyrwhitt hergestellt?
Das geht aus der Website nicht hervor. Weder die Produktseite noch die Nachhaltigkeitsseite nennt ein Herstellungsland, und eine Fabrikliste ist nicht veröffentlicht.
Ist Charles Tyrwhitt eine britische Marke?
Als Unternehmen ja: Sitz London, gegründet 1986 von Nick Wheeler. Über den Ort der Fertigung sagt das nichts; die Seite gibt als einziges Land die Geschäftsadresse an.
Was bedeutet das Flaggensymbol auf der Produktseite?
Es steht neben dem Satz „Zeitloser britischer Stil, hergestellt für eine lange Lebensdauer". Der Satz handelt vom Stil und von der Haltbarkeit, nicht vom Herstellungsort — die Verbindung zieht der Lesende.
Steht das britische Hinweisband auch im britischen Shop?
Nein. Dort trägt derselbe Platz ein Maßband-Symbol und den Text „Designed To Impress, Built To Last". Ausgetauscht ist genau das eine Feld, das im Exportmarkt die Nationalität nennt; die beiden anderen Hinweise sind gleich.
Gibt es eine Lieferantenliste?
Auf der Website nicht. Wir haben beide Sprachfassungen der Nachhaltigkeitsseite durchsucht; verlinkt ist allein die Modern-Slavery-Erklärung.
Warum nennt ihr keine Zahlen aus der Modern-Slavery-Erklärung?
Weil wir sie nicht selbst lesen konnten. Das Dokument ist ein PDF, dessen Text sich mit unseren Mitteln nicht auslesen ließ. Ungeprüfte Angaben nehmen wir nicht auf.