Marken-Porträt · kein Test

Patagonia

Patagonia ist die Marke, die 2022 Schlagzeilen machte, weil ihr Gründer Yvon Chouinard sie nicht verkaufte, sondern übertrug: die stimmberechtigten Aktien an den Patagonia Purpose Trust, die übrigen 98 Prozent an das Holdfast Collective, das die Gewinne für Umweltschutz einsetzt. Die Konstruktion ist öffentlich dokumentiert, ebenso die Fabrikliste mit 57 Betrieben, der Verzicht auf PFAS seit 2025 und die Regel, ein Prozent des Umsatzes zu spenden. Was wir nicht nachlesen konnten, steht unten als nicht belegt.

Veröffentlicht 13. September 2026 Zuletzt geprüft 13. September 2026 8 verlinkte Quellen

Patagonia

Herkunft
USA
Gegründet
1973
Konzern
Unabhängig
Produktion
Lieferantenliste veröffentlicht
Kernmaterialien
Polyester, nylon, Baumwolle, down, Wolle
Preisniveau
3/4
Beleg-Index
45 von 100

Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen

  • Produktions-Offenlegung 25/25
  • Verlinkte Quellen 20/20
  • Eigene Materialprüfung 0/15
  • Flächengewicht angegeben 0/12
  • Herstellungsland je Produkt 0/10
  • Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
  • Kostenaufbau veröffentlicht 0/8

Beleglage zum Preis So viel, wie dieses Preisband üblicherweise belegt

Für wen die Marke gedacht ist

Für Kletterer, Surfer und Wanderer, für die Patagonia gegründet wurde, und für eine breite Kundschaft, die Fleece und Isolationsjacken auch abseits der Berge trägt. Verkauft wird in eigenen Läden, im Fachhandel und online; das Preisband liegt im oberen Mittelfeld.

Wem die Marke gehört

Yvon Chouinard gründete Patagonia 1973 in Ventura, Kalifornien. Am 14. September 2022 gab das Unternehmen bekannt, dass die Familie Chouinard ihr gesamtes Eigentum übertragen hat: Alle stimmberechtigten Aktien, zwei Prozent des Kapitals, hält seitdem der Patagonia Purpose Trust, der die Unternehmenswerte sichern soll; die übrigen 98 Prozent, die nicht stimmberechtigten Aktien, hält das Holdfast Collective, eine gemeinnützige Organisation. Jeder Dollar, der nicht ins Unternehmen zurückfließt, wird als Dividende an das Collective ausgeschüttet; das Unternehmen rechnete bei der Ankündigung mit rund 100 Millionen US-Dollar im Jahr, abhängig vom Geschäftsverlauf.

Patagonia ist außerdem als B Corporation zertifiziert; das Verzeichnis von B Lab weist 166 Punkte aus, mehr als das Dreifache des Medians gewöhnlicher Unternehmen von rund 51. Der Wert entsteht aus einer Selbstauskunft, die B Lab prüft, und ist keine Fabrikprüfung.

Zwei Prozent der Aktien entscheiden, 98 Prozent bekommen die Gewinne. Das ist die ganze Konstruktion, und sie ist öffentlich.

Wo produziert wird

Patagonia besitzt keine eigenen Nähfabriken. Die Marke veröffentlicht eine Karte ihrer Lieferkette mit Namen und Adresse jedes Betriebs: bei unserem Abruf 57 Einträge, davon 37 Fertigungsfabriken, eine Farm und 19 Materiallieferanten. Die Fabriken liegen in zwölf Ländern, die meisten in Vietnam (18) und Sri Lanka (7), je zwei in Thailand und El Salvador, je eine unter anderem in Jordanien, Nicaragua, Bangladesch, Mexiko, Kolumbien, Peru und den USA. Materiallieferanten sitzen vor allem in Taiwan, Japan und den USA, darunter Gore, Polartec und PrimaLoft. Ein Fabrikcode im Etikett, wie ihn Columbia druckt, fehlt.

Nach eigenen Angaben stellt Patagonia seit 2014 in Fair-Trade-zertifizierten Fabriken her; über 90 Prozent der Linie stammen inzwischen aus solchen Betrieben, und die Marke zahlt je Stück eine Prämie, über deren Verwendung ein gewähltes Beschäftigtenkomitee entscheidet. Seit Frühjahr 2025 sind laut Footprint-Seite alle neuen Modelle ohne absichtlich zugesetzte PFAS gefertigt. Beides sind Angaben der Marke, keine Prüfung durch uns.

Was der Preis kauft — unsere Einschätzung

Dieser Abschnitt ist eine Einschätzung, kein Befund. Die Kernmaterialien sind Polyester und Nylon, häufig recycelt, dazu Baumwolle, Daune und Wolle. Belegt sind die Eigentümerstruktur, der Zweck der Gewinne, die B-Corp-Bewertung, eine Fabrikliste mit Adressen und der PFAS-Verzicht; das ist die vollständigste Offenlegung in dieser Reihe. Dazu kommt die Ironclad Guarantee: Wer mit einem Produkt nicht zufrieden ist, kann es zur Reparatur, zum Ersatz oder zur Erstattung zurückgeben, Verschleißschäden werden gegen eine angemessene Gebühr repariert. Seit 1985 gibt die Marke nach eigenen Angaben ein Prozent des Umsatzes an Umweltgruppen, bislang über 140 Millionen US-Dollar. Was auch hier fehlt, sind Stückkosten und Löhne; der Preis lässt sich also begründen, aber nicht nachrechnen.

Transparenz-Fakten

Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.

Produktionsländer
Vietnam, Sri Lanka, TH, SV, JO, NI, Bangladesch, ID, MX, CO, USA, PE
Lieferantenliste veröffentlicht
Liste ansehen

Was wir belegen können

  • Gründung 1973 in Ventura durch Yvon Chouinard (Pressemitteilung Patagonia Works, 14. September 2022)
  • Eigentum seit 2022: Patagonia Purpose Trust 2 Prozent stimmberechtigt, Holdfast Collective 98 Prozent, rund 100 Mio. USD Dividende im Jahr erwartet (Pressemitteilung und Ownership-Seite der Marke)
  • B Corporation seit Dezember 2011, Gesamtwert 166 (Verzeichnis B Lab)
  • Fabrikliste: 57 Betriebe mit Namen und Adresse, Fabriken in zwölf Ländern (Unternehmensseite)
  • Fair Trade seit 2014, über 90 Prozent der Linie aus zertifizierten Fabriken (Unternehmensseite, Eigenangabe)
  • Alle neuen Modelle seit Frühjahr 2025 ohne absichtlich zugesetzte PFAS (Footprint-Seite, Eigenangabe)
  • Ein Prozent des Umsatzes seit 1985, über 140 Mio. USD (Unternehmensseite, Eigenangabe)
  • Ironclad Guarantee — Reparatur, Ersatz oder Erstattung (Hilfeseite der Marke)

Was nicht

  • Welche Fabrik ein bestimmtes Stück gefertigt hat — kein Fabrikcode im Etikett
  • Fair-Trade-Anteil und PFAS-Verzicht — Eigenangaben der Marke, von uns nicht unabhängig geprüft
  • Reparaturzahlen des Worn-Wear-Programms — nicht in einer Unternehmensquelle gelesen
  • Herstellkosten und Löhne — nicht öffentlich

Leser-Erfahrungen zu Patagonia

Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.

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Häufige Fragen

Wem gehört Patagonia?

Seit September 2022 dem Patagonia Purpose Trust, der alle stimmberechtigten Aktien hält, und dem gemeinnützigen Holdfast Collective mit 98 Prozent der Aktien, an das die Gewinne ausgeschüttet werden. Die Familie Chouinard hat das Unternehmen übertragen, nicht verkauft.

Wo wird Patagonia produziert?

Bei Vertragsfabriken; eigene besitzt die Marke nicht. Sie veröffentlicht eine Karte mit 57 Betrieben, davon 37 Fertigungsfabriken in zwölf Ländern, die meisten in Vietnam (18) und Sri Lanka (7), dazu Farmen und Materiallieferanten mit Namen und Adresse. Über 90 Prozent der Linie stammen nach eigenen Angaben aus Fair-Trade-zertifizierten Fabriken.

Ist Patagonia PFAS-frei?

Nach eigener Angabe sind seit Frühjahr 2025 alle neuen Modelle ohne absichtlich zugesetzte PFAS gefertigt. Die Aussage steht auf der Footprint-Seite der Marke; ältere Bestände können abweichen, und geprüft haben wir sie nicht.

Was bedeutet „1 % for the Planet" bei Patagonia?

Seit 1985 gibt Patagonia nach eigenen Angaben ein Prozent des Umsatzes an Umweltgruppen, bislang über 140 Millionen US-Dollar in Geld- und Sachspenden. 2002 gründeten Yvon Chouinard und Craig Mathews daraus den gleichnamigen Verein, dem sich andere Unternehmen anschließen können.

Ist Patagonia eine B Corp?

Ja, zertifiziert seit Dezember 2011. Das Verzeichnis von B Lab weist 166 Punkte aus; die Zertifizierung setzt 80 voraus, gewöhnliche Unternehmen erreichen im Median rund 51.

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