H&M
Kein Haus dieser Recherche wird bei einem einzelnen Stück so konkret. Und keines lässt daneben eine so auffällige Lücke.
H&M
- Herkunft
- Schweden
- Gegründet
- Keine Angabe
- Konzern
- H&M Group
- Produktion
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Kernmaterialien
- Keine Angabe
- Preisniveau
- 1/4
Wie viel diese Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Es ist keine Qualitätsnote — eine Materialzeile sagt nichts darüber, wie gut ein Stoff ist. Wie wir das berechnen
- Produktions-Offenlegung 25/25
- Verlinkte Quellen 8/20
- Eigene Materialprüfung 0/15
- Flächengewicht angegeben 0/12
- Herstellungsland je Produkt 0/10
- Konstruktionsangaben vorhanden 0/10
- Kostenaufbau veröffentlicht 0/8
Beleglage zum Preis So viel, wie dieses Preisband üblicherweise belegt
Ein Name, eine Straße, eine Zahl
Ein T-Shirt aus Pima-Baumwolle, marineblau, 14,99 Euro. Wer auf der Produktseite das Feld „Materialien" öffnet und darin die Lieferanteninformationen aufruft, findet nicht die übliche Ländernennung, sondern dies:
VIETNAM
Hung kiu (Vietnam) Garment Manufacturing Co., Ltd
NO. 10&11, ROAD N7, PHU CHANH 1 INDUSTRIAL CLUSTER, BINH DUONG WARD, 700000, HO CHI MINH
Anzahl der Arbeiter: 501–1000
Werksname, vollständige Anschrift, Größenordnung der Belegschaft. Für dieses Shirt, nicht für das Sortiment.
Zum Vergleich, und das ist der Punkt: Loewe nennt bei einer Tasche für 4.300 Euro kein Land. Céline bei 4.650 Dollar keines. Ein Shirt für den Preis eines Mittagessens nennt die Halle.
Und daneben ein leeres Feld
Genau daneben liegt die Lücke, und sie ist bemerkenswert, weil sie so sichtbar ist.
Die Seite führt ein Feld mit der Bezeichnung „Herstellungsland". Bei diesem Artikel ist es leer. Was stattdessen dort steht, ist ein Hinweis: Falls mehrere Länder aufgeführt seien, sei der Artikel in einem davon hergestellt worden — das genaue Land finde man auf dem Etikett des gekauften Stücks.
Also nach dem Kauf.
Der Fabrikblock beantwortet die Frage damit nicht vollständig. Er nennt einen Lieferanten, nicht zwingend den Ort, an dem genau dieses Exemplar genäht wurde. Wir führen ihn deshalb als das, was er ist: eine Lieferantenangabe, und zwar eine ungewöhnlich konkrete.
1.510 Zeilen, vierteljährlich erneuert
Auf der Konzernseite steht eine öffentliche Lieferantenliste zum Herunterladen. Sie umfasst rund 1.510 Zeilen, und die Spalten gehen weit über Namen und Adresse hinaus: Art der Beziehung, Jahre der Zusammenarbeit, Werkstyp, Produktart, Materialzertifikate, Zahl der Beschäftigten, Frauenanteil, ob es eine Gewerkschaft gibt.
Der Konzern beziffert das Ganze mit über 554 Lieferanten und mehr als 969 Werken der ersten Stufe und schreibt, die Liste werde vierteljährlich aktualisiert. Grundlage ist eine Selbstverpflichtung, Name, Adresse, Produktart und Beschäftigtenzahl offenzulegen.
Das ist, gemessen an allem anderen in dieser Recherche, viel. Bestseller liefert noch die zweite Stufe dazu; sonst kommt niemand in die Nähe.
Für Maschinen wieder nichts
Hinter der Seite liegt ein Datenblatt, aus dem Suchmaschinen und Vergleichsdienste ihre Angaben ziehen. Ein Feld für die Herkunft ist darin nicht gefüllt.
Damit gilt auch hier, was für fast alle gilt: Die Auskunft ist da, sie ist sogar außergewöhnlich detailliert — und in keinem automatischen Vergleich taucht sie auf.
Wo die Auskunft endet
Das Herstellungsland dieses Exemplars. Das Feld dafür bleibt leer, der Verweis geht auf das Etikett.
Die Zuordnung Werk zu Stück. Genannt ist ein Lieferant, nicht der Nähplatz.
Die Zahl der Werke in der offenen Datenbank. Der Konzern ist dort eingetragen, die Trefferzahl ließ sich ohne Anmeldung nicht abrufen.
Wie wir geprüft haben
Wir haben die Produktseite und die Konzernseiten am 1. August 2026 von Hand durchgesehen und dabei jedes Aufklappfeld einzeln geöffnet — die Lieferantenangabe liegt hinter zwei Klicks. Alle Zitate stehen im Wortlaut. Das geprüfte Shirt trägt die Nummer 1101074049 und ist mit 100 Prozent Baumwolle angegeben.
Nachprüfbare Angaben mit Quelle, keine Bewertung. Eine eigene Ethik-Note vergeben wir nicht — dafür führt der externe Link weiter.
- Produktionsländer
- Vietnam
- Lieferantenliste veröffentlicht
- Liste ansehen
Was wir belegen können
- T-Shirt aus Pima-Baumwolle, Artikelnummer 1101074049, 14,99 €, geprüft am 1. August 2026
- Material 100 % Baumwolle
- Lieferantenangabe zum Artikel: Vietnam, Hung kiu (Vietnam) Garment Manufacturing Co., Ltd, mit vollständiger Anschrift in Ho-Chi-Minh-Stadt und der Angabe 501–1000 Beschäftigte
- Fundort: Aufklappfeld „Materialien", darin die Lieferanteninformationen
- Das Feld „Herstellungsland" ist bei diesem Artikel leer; der Hinweis verweist auf das Etikett des gekauften Stücks
- Öffentliche Lieferantenliste des Konzerns mit rund 1.510 Zeilen, darunter Werksname, Anschrift, Produktart, Beschäftigtenzahl, Frauenanteil und Gewerkschaftsangabe
- Angabe des Konzerns: über 554 Lieferanten und mehr als 969 Werke der ersten Stufe, Liste vierteljährlich aktualisiert
- Kein Feld für die Herkunft im Datenblatt hinter der Seite
- Gründung 1947 in Västerås durch Erling Persson
Was nicht
- Das Herstellungsland genau dieses Exemplars; das Feld dafür bleibt leer und verweist auf das Etikett
- Ob das geprüfte Shirt tatsächlich im genannten Werk genäht wurde — die Angabe nennt einen Lieferanten
- Die Zahl der Werke in der offenen Datenbank; der Eintrag existiert, die Abfrage verlangt eine Anmeldung
- Ob andere Artikel dieselbe Lieferantenangabe tragen; geprüft wurde ein Shirt
H&M kaufen — bei diesen Händlern
-
H&M
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Quellen
2 insgesamt · intern archiviert- Markenübersicht des Konzerns — nennt die konzerneigenen Marken — H&M Group Abgerufen 27. Juli 2026
- Öffentliche Lieferantenliste (Fabrikname, Adresse, Produktart, Beschäftigtenzahl) — H&M Group Abgerufen 27. Juli 2026
Leser-Erfahrungen zu H&M
Das sind Erfahrungen von Leserinnen und Lesern, keine Bewertung unserer Redaktion. Wir testen nicht — wir belegen. Jeder Beitrag wird vor der Veröffentlichung geprüft.
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Ein Kleidungsstück entsteht in mehreren Ländern. Die Angabe auf dem Etikett nennt fast immer nur eines davon. Welches, und was dabei unter den Tisch fällt.
Wir haben zwanzig Marken aus vier Konzernen dieselbe Frage gestellt: Steht auf der Produktseite, wo das Stück hergestellt wurde? Das Ergebnis hat mit dem Preis nichts zu tun — und das ist die eigentliche Nachricht.
Häufige Fragen
Nennt H&M die Fabrik?
Bei dem geprüften Shirt ja: Werksname, vollständige Anschrift in Vietnam und die Größenordnung der Belegschaft. Die Angabe steht hinter dem Aufklappfeld „Materialien".
Steht damit auch das Herstellungsland fest?
Nein. Das Feld „Herstellungsland" bleibt bei diesem Artikel leer, und der Hinweis verweist auf das Etikett des gekauften Stücks — also auf die Zeit nach dem Kauf.
Gibt es eine Lieferantenliste?
Ja, eine öffentliche Tabelle mit rund 1.510 Zeilen, inklusive Anschrift, Produktart, Beschäftigtenzahl und Gewerkschaftsangabe. Sie wird nach eigener Angabe vierteljährlich erneuert.
Steht die Herkunft in den Daten hinter der Seite?
Nein. Ein Feld dafür ist dort nicht gefüllt — die Angabe existiert nur im sichtbaren Text.